6. türkisch-deutsches Literaturfestival in Essen und im Ruhrgebiet

28.09. - 4.10. 2010

www.Grend.de
Das Programm
Samstag, den 24. Oktober 2009
19:30 Uhr
Eröffnung des Literaturfestivals Literatürk 2009
Das Literatürk-Team heißt Sie zum 5. türkisch-deutschen Literaturfestival in Essen herzlich willkommen.

- Begrüßung durch das Festivalteam

- Grußwort des Bürgermeisters der Stadt Essen, Herrn Rolf Fliß

Eintritt frei
20:00 Uhr
Lesung
Bei Literatürk liest Zaimoğlu aus seinem jüngst erschienenen Roman „Hinterland“. In welchen Formen erscheint die Liebe heute? Wie wird sie gelebt? Von Osteuropa über Berlin, Istanbul, Ankara bis zu einer Nordseeinsel begleitet der Leser Verliebte und Entflammte. Im Zentrum stehen Ferda und Aneschka, die sich in Prag gefunden haben, aber bald wieder eigene Wege gehen. Ferda zieht es in die Türkei, wo er in ein Sippentreffen und Liebeshändel gerät, während Aneschka ihrer Brieffreundin Helen nach Berlin folgt. Als sie wieder gemeinsam in Prag sind nimmt das Gefühlschaos seinen Lauf.

Eintritt: 5 €
Sonntag, den 25. Oktober 2009
19:00 Uhr
Lesung (zweisprachig)
»Asli Erdoğan ist eine außergewöhnlich feinfühlige und scharfsichtige Autorin, ihre Romane sind vollendete Werke.«
Orhan Pamuk

Zu LiteraTürk kommt die Autorin mit "Die Stadt mit der roten Pelerine" (Kırmızı Pelerinli Kent) und "Der wundersame Mandarin"(Mucizevi Mandarin)
In ihren Büchern thematisiert Asli Erdoğan stets das Fremde und stellt eine Verbindung sowohl zur türkischen Gesellschaft als auch zu globalen Entwicklungen her.
Leid, Einsamkeit und Gewalt sind zentrale Themen ihrer Texte.
Ihr 1996 erschienener erster Roman Der wundersame Mandarin (Mucizevi Mandarin) erzählt die Geschichte einer jungen Türkin, die vor ihrer Istanbuler Vergangenheit in die Straßen von Genf flieht. Jedoch auch hier fühlt sie sich nicht angenommen. Als sie ein Auge verliert, leidet sie fortan unter einer doppelten Stigmatisierung - von Seiten der Schweizerschen Mehrheitsgesellschaft und des Migranenmilieus.

"Die Stadt mit der roten Pelerine"
Vorab eine kleine Warnung: Wer beim Lesen nur zart berührt werden möchte, der sollte den Buchdeckel von Asli Erdogans Roman fest verschlossen halten. Ist er erst einmal geöffnet, entfaltet der Roman seine immense Sogkraft, und das liegt vor allem an der gewaltigen Sprache Asli Erdoğans.
Eintritt: 3 €
Montag, den 26. Oktober 2009
10:00 Uhr
Katzenbruchstr. 79
Schullesung
In Nestas Welt ist es möglich geworden, mithilfe von Augentropfen Träume zu konsumieren. In Traumbars hängt Nesta mit seinen Freunden ab und taucht mit ihnen in die Welt der fremden Träume ein. Dabei verliebt er sich in Tedeisha, die schon bald eine steile Karriere macht und ihre Träume erfolgreich vermarktet. Als Tedeisha eines Tages nicht mehr aufwacht, begibt sich Nesta auf die Suche nach dem Ursprung der Träume...

Die Veranstaltung wird gefördert vom Kultursekretariat NRW/Wuppertal/Ministerpräsident des Landes NRW - gefördert im Rahmen von 'Werkproben'
Eintritt frei
20:00 Uhr
Lesung
In dem kürzlich erschienenen Roman „Der Pavillon“ steht der Musikstudent Hamit im Mittepunkt, der sich weder für Politik noch für Religion interessiert. Im Sommer 1960 verbringt Hamit mit seiner Freundin Hilde die Ferien bei seinem gläubigen Bruder in Istanbul. Als das Militär putscht, wird Hamit plötzlich mit einer sehr lebendigen Vergangenheit konfrontiert - der Pavillon auf dem Grundstück seines Bruders war der Landsitz des letzten Kalifen, der im Pariser Exil starb. Aber auch Hilde trägt eine schwere Last mit sich.

Eintritt: 3 €
Dienstag, den 27. Oktober 2009
20:00 Uhr
Lesung (zweisprachig)
Murat Gülsoy wird bei Literatürk aus seinem Erzählband lesen, bei dem schon der Titel neugierig macht:
"Stehlen Sie dieses Buch!"

Das Buch enthält zwölf Geschichten mit überraschenden Wendungen, herrlich vertrackt und immer spannend, mal Krimis, mal surreal, mal 1001 Nacht, - oft mit einem kafkaesk-schwejkschen Humor. "Polizisten lieben es nicht, wenn man ihnen den Anfang eines Films erzählt", schreibt der Autor.
Oder: "Es ist ein lobenswertes Verhalten, sich selbst ernst zu nehmen - andere respektieren einen oft allein schon deswegen, weil man den Mut dazu hat." Und, nicht zu vergessen: Gülsoys Sprache bietet große, poetische Momente: "… es war der salzige und heiße Geschmack einer Jugendliebe."
Eintritt: 3 €
Mittwoch, den 28. Oktober 2009
10:00 Uhr
Zweigstelle Leither Schule
Schullesung
„Fußball, Gott und echte Freunde“ ist das aktuelle Kinderbuch Aygen-Sibel Çeliks.
Da haben sich die Erwachsenen was Schönes ausgedacht: Die St. Josef Kicker sollen gegen den FC Shalom und die Yunus-Kicker antreten. Die drei Freunde Christopher, David und Kerim haben aber nicht die geringste Lust, gegeneinander zu spielen. Ihre Eltern steigern sich dennoch immer mehr in den Wettbewerb rein. Und dann kommt auch noch Gott ins Spiel...

Eintritt frei
14:00 Uhr
Schullesung
In dem Jugendroman „Seidenhaar“ bekommen sich die beiden jungen Türkinnen Canan und Sinem in die Haare. Canan behauptet, sie würde aus Überzeugung ein Kopftuch tragen, Sinem kauft ihr das nicht ab. Als Canan am nächsten Tag verschwunden ist, macht sich Sinem Sorgen, dass sie sich radikalen Kreisen angeschlossen haben könnte. Auf der Suche nach Canan lernt sie den Islam jedoch von einer ganz anderen Seite kennen.
Eintritt frei
18:00 Uhr
Vorschau Buchprojekt Ruhrkulturen
Vorschau des neuen Buchprojektes "Ruhrkulturen - was ich dir aus meiner Welt erzählen möchte". Schülern und Schülerinnen lesen Texte aus den bisher in der Buchprojektreihe erschienenen Ausgaben.

Moderation:

Artur Nickel (Erich-Kästner-Gesamtschule, Autor)
Andreas Klink (Grend-Bildungswerk)

Eintritt frei
20:00 Uhr
Im Giradet Haus - Rüttenscheid
Horizonte, Flammen und Lieder - türkische Kult- und Lieblingsgedichte
Eine musikalisch literarische Veranstaltung mit
Sabine Adatepe, Demir Gökgöl, und Rüdiger Zietz

Für die Anthologie „Kultgedichte – Kült Şiirleri“ (Unionsverlag 2008) aus der Reihe „Türkische Bibliothek“ gaben prominente Vertreter der türkischen Kulturszene ihr liebstes Gedicht an und erläuterten ihre Wahl in einem kurzen Essay. Diese höchst subjektive Auswahl vermittelt Faszination und Wirkungskraft der türkischen Poesie und beleuchtet Denken und Fühlen der türkischen Gesellschaft gestern und heute.

Der Schauspieler und Rezitator Demir Gökgöl (bekannt u.a. aus Fatih Akins „Gegen die Wand“) liest Gedichte aus dem Band, zum Teil zweisprachig türkisch/deutsch, die Übersetzerin und Publizistin Sabine Adatepe gibt eine kurze Einführung in die türkische Poesie, liest aus den Essays und moderiert. Musikalisch abgerundet wird der Abend durch den Flamenco-Gitarristen Rüdiger Zietz.

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit der "Werkstatt 3/Hamburg" und wird gefördert von der Robert-Bosch-Stiftung
Eintritt: 3 €
Donnerstag, den 29. Oktober 2009
10:00 Uhr
Schullesung
„Die schwarze Katze aus Konstantinopel“ handelt von Adem, einem türkischen Jungen, der in den 70er Jahren in Deutschland aufwächst, von seinen Eltern aber irgendwann in ein türkisches Kinderheim abgeschoben wird, wo ihn die sadistische Erzieherin Leyla grausam quält. Trotz der Düsternis im ersten Teil des Romans, hat Alpan Sagsöz ein hoffnungsvolles Buch geschrieben. Denn im zweiten Teil der Geschichte begibt sich der mittlerweile erwachsene Adem auf eine merkwürdige Wanderschaft durch die bayerische Bergwelt, wo er neben mysteriösen Weggefährten auch sich selbst und der Versöhnung mit der Vergangenheit begegnet. Er macht sich auf den Weg in die innere Heimat und der Leser bleibt am Ende mit dem Gefühl zurück, dass wie Adem jeder die Chance hat, die einzig wahre Heimat in sich selbst zu finden.
Eintritt frei
20:00 Uhr
Lesung

In seinem neuesten Buch „Allah verzeiht, der Hausmeister nicht“ warnt Pamuk vorab Türken, die nach Deutschland kommen möchten. Mit viel Wortwitz nimmt er die Eigenarten der Deutschen aufs Korn.
Hintersinnig, witzig, intelligent: Mit orientalischer Gelassenheit blickt Kerim Pamuk auf Bier in der Badewanne, DIN-Normen, bunte Bio-Tonnen und kalendarische Brückentage. Kurz: auf alles, was "uns" Deutschen lieb und teuer ist.
Eintritt: 3 €
Freitag, den 30. Oktober 2009
20:00 Uhr
Lesung (zweisprachig)
In „Suna und Emine“ wird die Geschichte des Waisenkindes Suna erzählt, das von dem brutalen und nichtsnutzigen Bolat geschwängert wird. Bolat wird von seinem Onkel genötigt, Suna zu heiraten. Im Laufe der Ehe wird Bolat immer unerträglicher, versäuft das Geld der Familie und schlägt Suna und ihre Kinder. Suna fügt sich schweigend ihrem Schicksal. Als Bolat wieder einmal ausrastet, verliert die älteste Tochter Emine die Beherrschung und geht auf ihren Vater los.

In dem Buch „Bir Delinler Evinin Yalan Yanlış Anlatılan Kısa Tarihi“ werden eine Reihe von ineinander verwobenen Geschichten konstruiert, die vom 19. Jahrhundert bis ins Jahr 2007 reichen. Jedes Mal, wenn der Leser denkt, eine Geschichte wäre zu Ende, knüpft eine neue genau an diese an und wird aus anderer Sichtweise und von anderen Charakteren erzählt. Schauplatz ist ein Krankenhaus für geistig Kranke am Schwarzen Meer.

Moderiert wir die Veranstaltung von der Turkologin und Übersetzerin für Türkisch Sabine Adatepe.
Eintritt: 3 €
Samstag, den 31. Oktober 2009
16:00 Uhr
So ist das, meine Schöne - Lesung
Inspiriert von Eve Enslers *Vagina Monologen* befragten vier türkische Forscherinnen (Hülya Adak, Ayşe Gül ALtınay, Esin Düzel, Nilgün Bayraktar) über mehrere Jahre türkische Frauen in der Türkei und in Deutschland über ihr Liebesleben. Mit diesen Erfahrungsberichten tourten sie durch die Türkei - und sorgten mit ihren Auftritten für Aufsehen. Sie brachen eines der größten Tabus islamischer Gesellschaften: Frauen sprachen zum ersten Mal öffentlich über Sex, Liebe, Homosexualität - und zwar mit Humor und Offenheit.

Die Geschichten von Frauen ganz unterschiedlicher sozialer und ethnischer Herkunft sind bewegend und mitreißend - egal, wo auf der Welt sie gelesen werden.

Eintritt: 3 €
17:00 Uhr
Sexualität im Argot türkischer Frauen - Vortrag und Gespräch
Die bisherigen türkischen Argot-Wörterbücher - zu nennen sind hier vor allem die von Ferit Devellioğlu (1. Aufl. 1941) und Hulki Aktunç (1. Aufl. 1990) – sind auf den männlich geprägten türkischen Slang („Vulgär-Türkisch“) zentriert und berücksichtigen die weiblichen Argotismen, wenn überhaupt, dann nur ganz am Rande. Insofern sollten die beiden ersten türkischen Wörterbücher zum Frauenargot die ihnen gebührende Beachtung finden. Der Göttinger Professor und Türkeiexperte Jens-PeterLaut wird die Werke kurz vorstellen und den ersten Versuch einer systematischen Auswertung wagen. Vorgestellt werden die Publikationen von Filiz Bingölçe: Kadın Argosu Sözlüğü. Hulki Aktunç'un Sunuşuyla. İstanbul 2001; Kadın Argosu Sözlüğü. 2. İstanbul 2005. Im Anschluss werden Fragen aufgeworfen und diskutiert wie:
Unterscheiden sich männlicher und weiblicher Argot im Türkischen? Gibt es spezifische Merkmale des weiblichen „Vulgär-Türkisch“, und wenn ja, welche?

*Das Argot ist ursprünglich die Bezeichnung für den Soziolekt der Bettler und Gauner Frankreichs. Im übertragen Sinne wird der Begriff auch für jede Form von Gruppensprachen genutzt, die teils absichtlich von der Standardsprache abweicht, um eine Art Geheimsprache zu ermöglichen. Das führt zum Teil dazu, dass Begriffe häufiger neu geprägt werden, wenn Wörter in die Umgangssprache Einzug halten. (Quelle: wikipedia)


Eintritt: 3 €
20:00 Uhr
Lesung (zweisprachig)
Die Heldin des Tunten-Krimis „Der Kuss-Mord“, Clubbesitzerin und Transvestitengröße, findet keine Ruhe: Die Wohnung der besten Freundin Buse wurde durchsucht. Objekt der Begierde sind offensichtlich die kompromittierenden Briefe eines ehemaligen Liebhabers.
Als klar wird, dass in die Geschichte auch erzkonservative Politiker und die Mafia verwickelt sind, nehmen die beiden Damen die Verfolgung auf.

Moderiert wird die Veranstaltung von der umwerfenden Lilo Wanders, bekannt durch die Fernsehsendung „Wa(h)re Liebe“
Eintritt: 5 €
Sonntag, den 01. November 2009
14:00 Uhr
Filmkunstheater Essen
Filmpremiere: Gölgesizler (Die Schattenlosen)
Der Film „Gölgesizler“ („Die Schattenlosen“) beruht auf dem gleichnamigen Roman des türkischen Autors Hasan Ali Toptaş, der 2007 zu schon zu Gast bei LiteraTürk war, und ist erstmals in Deutschland zu sehen. Regisseur des Films ist Ümit Ünal, der für seine Filme „9“ und „Ara“ zahlreiche Preise erhielt und selbst Prosabände veröffentlichte.

Zum Film: In einem Dorf sind der Frisörlehrling und das schöne Mädchen Güvercin spurlos verschwunden. Die Bewohner sind ratlos – hat der Dorftrottel Güvercin vielleicht entführt? Wo ist der Frisörlehrling geblieben? Immer mehr Personen verschwinden, der Bürgermeister ist verzweifelt. Sind die Geschehnisse überhaupt real oder sind es nur die Fantasien eines geheimnisvollen Kunden im Frisörsalon.
Eintritt: 7 €, ermäßigt 6 €
19:00 Uhr
Casa
Lesung (zweisprachig)
Can Dündar wird mit dem Publikum zusammen eine kleine Reise quer durch seine bisher erschienenen Bücher unternehmen

Moderation/Übersetzung: Murad Bayraktar
Eintritt: 3 €